Lou Salomé geht....

Liebe Besucher:innen
Das Kaffee Lou Salomé war nun während 5 ½ Jahren mein Herzensort und ich habe mich unglaublich gefreut, dass das Konzept mit Afternoon Tea und Jugendstil-Einrichtung so vielen Menschen gefallen hat.
Das Kaffee war jedoch immer ein Hobby von mir und verdient habe ich damit leider nicht wirklich etwas, aber so ist das mit Herzensprojekten. Ich war unglaublich gerne Gastgeberin, aber neben meiner regulären Arbeit als Lehrperson war es manchmal auch extrem anstrengend und viel. Und jetzt ist leider der Zeitpunkt gekommen, wo ich nicht mehr kann. Ich bin müde geworden. 
In meinem Leben verändert sich gerade viel und ich spüre, dass das Lou Salomé zu viel Platz einnimmt.
Ich hätte das Kaffee unglaublich gerne jemandem übergeben, aber leider möchten sich die Wenigsten ein solch intensives Hobby zulegen.
Das Lou Salomé wird nun also selber zur Geschichte…
Am 24. Januar 2026 werden Valeryia und ich zum letzten Mal Gastgeberinnen sein.
Herzliche Grüsse
Jeannette


Das Kaffee und Seine Entstehungsgeschichte

Wer ist Lou Salomé? Eine Namensgebung ist immer eine Herzensangelegenheit. Das Kaffee heisst so, weil Lou Salomé eine herausragende und einflussreiche Persönlichkeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war. Wie wenige in ihrer Zeit führte sie ein ganz und gar eigenständiges Leben und wurde von bekannten Zeitgenossen wie Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke und Sigmund Freud geschätzt und bewundert.

Lou Andreas-Salomé (1861-1937) steht stellvertretend für eine vielschichtige Zeit, die von vielen Um- und Aufbrüchen geprägt war. Das Lebensgefühl und die künstlerischen Strömungen dieser Zeitenwende faszinieren mich, sei sie nun Jugendstilzeit, Belle Époque oder Fin de Siècle genannt.

Mit meinem Kaffee möchte ich zwei meiner Leidenschaften verbinden. Einerseits ist das die Beschäftigung mit der Vergangenheit und Ideengeschichte unserer Gesellschaft und andererseits das Zusammenbringen und Bewirten von Menschen. Mit Geschichte beschäftige ich mich als Lehrperson sozusagen professionell, ob es mit dem Anderen auch so gut klappt, wird sich herausstellen.

Meinen Traum von einem Begegnungsraum für Menschen und Geschichte konnte ich nur dank der tatkräftigen Unterstützung meiner Eltern umsetzten. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber meiner verrückten Idee, legten sie sich um so leidenschaftlicher ins Zeug. Gemeinsam haben wir stundenlang gebohrt, gespitzt, gemauert, gesägt, gemalt, genäht und so diesen Ort geschaffen.
Speziell mein Vater wird im Kaffee und in meinem Herzen immer anwesend sein.
Jeannette